Mitteilungen 02/2017, Seite 74, Nr. 30

Sauen, Gemeinde Rietz-Neuendorf, erhält Gold und Straupitz Silber beim 25. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft

Mit Sauen wurde beim 35. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zum zweiten Mal seit Gründung des Landes Brandenburg nach der Gemeinde Wiesenburg/Mark ein Brandenburger Dorf mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Zudem erhielt Straupitz eine silberne Auszeichnung. Dies belegt, dass sich mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung immer mehr Orte in Brandenburg auch im Vergleich mit anderen Bundesländern eine hohe Attraktivität erarbeitet haben.

Sauen gehört zur Gemeinde Rietz-Neuendorf im Landkreis Oder-Spree. Das Dorf zeichnet sich durch ein besonderes durch Klinker- und Feldsteinhäuser geprägtes Ortsbild aus, das durch die Dorfgemeinschaft gepflegt wird. Sauen integriert ferner überregionale Aktivitäten der August-Bier-Stiftung in die Ortsentwicklung. Die aktive Umweltbildung der Stiftung für Schulklassen wurde als beispielgebend anerkannt. Seit 1993 wird der Gutshof in Sauen als künstlerische Begegnungsstätte von der Universität der Künste Berlin, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und anderen künstlerischen Hochschulen Berlins gemeinsam genutzt. Das Dorf hat es verstanden, daraus auch Effekte für die Ortsentwicklung zu generieren.

Die zum Amt Lieberose/Oberspreewald gehörende Gemeinde Straupitz erhielt eine Silbermedaille. Die Gemeinde hatte sich schon mehrfach am Landeswettbewerb beteiligt. Mit mehr als 60 aktiven Vereinen ist sie auch beispielhaft für bürgerschaftliche Engagement. Die Gemeinde hat es verstanden, bauliche und kulturelle Tradition für regionale Wertschöpfung nutzbar zu machen. Beispiele sind der Spreewaldhafen, die Schinkelkirche, das Schloss mit Park, der Kornspeicher und die Mahl-, Öl- und Sägemühle, die als letzte europäische Dreifachwindmühle Leinöl produziert.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hatten sich beim 25. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mehr als 2400 Dörfer aus ganz Deutschland beteiligt. 33 Dörfer qualifizierten sich für die Endrunde. Diese wurde bei einem Festakt auf der Grünen Woche in Berlin von Bundesminister Christian Schmidt persönlich ausgezeichnet. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl des Landeswettbewerbs erreichten diesmal zwei Dörfer aus Brandenburg diese herausgehobene Stufe. Schmidt lobte die Aktivitäten der ausgezeichneten Orte aus ganz Deutschland  als „Speerspitze für den ländlichen Raum“. Er sagte bei der Preisverleihung: „Die Sicherung der Attraktivität unserer Heimat auf dem Land wird und muss ein zentrales Thema der nächsten Jahre werden.“ Mit seinem Ministerium setze er sich daher speziell für ländliche Entwicklung ein. Allein 2017 gebe es im Haushalt des Bundes 55 Millionen Euro für das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) des BMEL – deutlich mehr als zuvor. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sei auch Teil von BULE. Das Bundesprogramm biete neben der klassischen Förderung auch Unterstützung, um neue Konzepte und Ideen für das gute Leben auf dem Land auszuprobieren.
Zwischenzeitlich wurde bereits der 26. Bundeswettbewerb ausgelobt. Im Land Brandenburg wird der Landeswettbewerb gemeinsam von dem Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft und dem Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg im Februar gestartet.

Jens Graf, Referatsleiter

Az: 606-08