MITTEILUNGEN 08/2007, Seite 247, Nr. 153

Untersuchung: Regionale Siedlungsflächenentwicklung in den neuen Bundesländern auf Basis von Prognosen der Bau- und Immobilienwirtschaft


Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat in einem Forschungsprojekt „regionale Siedlungsflächenentwicklung in den neuen Bundesländern auf Basis von Prognosen der Bau- und Immobilienwirtschaft“ 75 veröffentlichte Prognosen zur Siedlungsentwicklung in den kommenden Jahren wissenschaftlich ausgewertet. Zusätzlich wurden Akteure der Immobilienwirtschaft befragt.

In der Tendenz schätzten die Befragten die Siedlungsflächennachfrage in den nächsten 15 Jahren im Vergleich zur Entwicklung seit der Wiedervereinigung deutlich geringer ein. Dies gilt bis auf den Markt für Logistikimmobilien für alle Marktsegmente, insbesondere für den Büromarkt, die Handelsimmobilien und für das Bau/Handwerk. Der größte Nachfragedruck nach Siedlungsflächen gehe auch weiterhin von der Logistikbranche und vom Wohnungsmarkt aus.

Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass die Flächennachfrage nach Wohnbauflächen auch künftig vom Ein- und Zweifamilienhausbau getragen wird. Vom Geschosswohnungsbau werden kaum noch Impulse auf die Siedlungsflächennachfrage erwartet. Bis 2020 wachse die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern um rund 15 bis 20%.

Die ohnehin geringe Nachfrage in den Marktsegmenten Einzelhandel und Büro konzentriere sich fast ausschließlich auf die wachstumsstärkeren Großstadtregionen und im Einzelhandel auch noch auf die dynamischeren und touristischeren Mittelzentren.

Nach Standort- und Lagetypen richte sich in die Nachfrage in den Marktsegmenten Wohnen, Einzelhandel und Büro vor allem auf die zentraleren, innerstädtischen Standorte. Periphere Standorte werden nach Einschätzung der Befragten weniger und gar nicht nachgefragt. Im verarbeitenden Gewerbe und in der Logistik konzentriere sich die Nachfrage im Wesentlichen auf die Autobahnstandorte der Großstadtregionen.

Angesichts des hohen Volumens an Konversionsflächen in den neuen Bundesländern sowie den nicht vorhandenen Wertschöpfungspotenzialen bei hohen Aufarbeitungs- und Erschließungskosten sei die Marktfähigkeit von Konversionsflächen stark eingeschränkt. Vor allem die Konversionsflächen in wirtschaftsschwächeren Räumen treffen nie auf eine (ausreichende) Nachfrage.

Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf den Untersuchungsbericht verwiesen. Dieser kann von der Seite des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung unter folgendem Link herunter geladen werden:

www.bbr.bund.de/cln_007/nn_23494/DE/Veroeffentlichungen/Forschungen/2007/Heft123.html

Az: 602-02

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