Corona-Lage: Brandenburgs Städte, Gemeinden und Ämter starten neue Kommunikationswege

Viele kommunale Initiativen unterstützen Bürgerschaft und Unternehmen

(Potsdam) Brandenburgs Städte, Gemeinden und Ämter starten viele neue Kommunikationswege, um während der Corona-Lage mit ihren Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig wird ein Beitrag zur Abfederung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen geleistet. Brandenburgs Kommunen setzen neben ihren Internetpräsenzen auch auf soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter. Flugblätter, Offene Briefe, Bürgertelefone, Audioeinspieler in Supermärkten, Videobotschaften der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen sowie Kooperationen mit der Regionalpresse und lokalen Radio- und Fernsehsendern sind weitere nützliche Kanäle. Sämtliche Altersklassen werden so adressiert. Vielerorts wurden zusätzlich besondere Maßnahmen und Initiativen ins Leben gerufen, um Gesellschaft und Wirtschaft in Zeiten der Corona-Lage zu unterstützen.

Die Stadt Oranienburg hat beispielsweise ein digitales Hilfs-Netzwerk aufgebaut, das Hilfebedürftige und Helfer zusammenbringt. Das Amt Niemegk hat ebenfalls ein lokales Netzwerk gegründet. Das Netzwerk „Niemegk hilft sich“ ist eine Kooperation aus Familienzentrum, Kirche und Amtsverwaltung. Dort wird die Unterstützung von Hilfebedürftigen mit freiwilligen Helfern koordiniert, um täglich anfallende Erledigungen wie Einkäufe und Botengänge zu bewältigen. Zusätzlich stellt das Netzwerk Informationsketten in Form von WhatsApp Gruppen für jeden Ortsteil bereit. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, diesen Gruppen beizutreten, um in Echtzeit relevante Informationen direkt per Nachricht auf das Smartphone zu erhalten.

Die Stadt Eisenhüttenstadt hat in Kooperation mit verschiedenen Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfall-Hilfe, der Arbeiterwohlfahrt und dem Arbeiter-Samariter-Bund den Aufruf „Wir helfen einander!“ gestartet, um die Bewältigung des Alltages von Hilfebedürftigen in der Krisenzeit zu erleichtern. Mit einem Aufruf zur Nachbarschaftshilfe, haben helfende Bürgerinnen und Bürger der Stadt die Möglichkeit, Hilfsangebote per E-Mail oder telefonisch anzubieten, die von der Stadt an Hilfesuchende weitervermittelt werden. Um die lokalen Unternehmen zu unterstützen, hat die Stadt mit dem Händlerverbund und einem lokalen Restaurant-Betreiber eine Händlerinitiative für eine Gutscheinaktion mitinitiiert. In dem Aufruf „Stay together“ können Kunden neben Essen aus dem Restaurant auch Gutscheine anderer Läden und Geschäfte erwerben, um damit die Produkte dieser Anbieter kaufen zu können.

Die Stadt Lübben setzt ebenfalls auf digitale Vernetzung und unterstützt mit der Erweiterung des 360° Branchenportals lokale Lieferdienste und Dienstleistungen durch digitale Bündelung derer Angebote. Darüber hinaus übernimmt die Stadt während der Krise die Eintragungskosten für jede Firma. Normalerweise müssen die Firmen in dem kostenpflichtigen Portal ihre Einträge selbst finanzieren. Zusätzlich bietet die Helferplattform "Lübben-hat-Herz" Hilfebedürftigen und Helfern die Möglichkeit, zusammenzufinden. Auf der Internetseite der Gemeinde Michendorf wird eine digitale Plattformmöglichkeit für alle Lieferangebote lokaler Gewerbetreibender angeboten. Ein analoger Helferkreis wurde durch einen Aufruf zur Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Die Gemeinde vermittelt in Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Familie Unterstützungsangebote zwischen Helfenden und Hilfe-Suchenden. Darüber hinaus hat die Gemeinde auch zu Stoffspenden, Herstellung und Tragen von Mund-/Nasenmasken aufgerufen.

Aufrufe zur Nachbarschaftshilfe und lokale Helfernetzwerke gibt es aber auch in Wiesenburg (Mark), Nuthetal, Schwielowsee, Luckenwalde, Königs Wusterhausen, Rangsdorf und vielen weiteren brandenburgischen Kommunen. Die Onlineplattform maerker.brandenburg.de wird ebenfalls von einigen Kommunen, etwa der Stadt Werder (Havel), als Austauschplattform für Nachbarschaftshilfe benutzt. Vielerorts reicht die Vernetzung über die Ortsgrenzen hinaus. Regionale und Überregionale Initiativen und Netzwerke wie www.brandenburghelfen.de unterstützen Brandenburgs Einwohner und Unternehmen zusätzlich.

In den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin wurde zum Beispiel durch die Kooperation des Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz (TGZ) und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG) ein gemeinsames Onlineportal „liefert.jetzt“ gegründet, um den Einzelhändlern in der Region, die einen Lieferservice anbieten, während der Krisenzeit eine kostenfreie Vermarktungsplattform zur Verfügung zu stellen.

Die Kommunikation während der Corona-Lage stand im Mittelpunkt eines telefonischen Erfahrungsaustausches der Arbeitsgemeinschaft Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Städte- und Gemeindebund Brandenburg.

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